Hochschulen in der Pflicht: Gender-Pay-Gap endlich überwinden!
Der Gender-Pay-Gap an den Bremer und Bremerhavener Hochschulen liegt bei 9,4 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie, die erstmals für das Land Bremen veröffentlicht und heute im Wissenschaftsausschuss vorgestellt worden ist. Im Wissenschaftsbereich ist der Gender-Pay-Gap damit größer als im sonstigen öffentlichen Dienst, dieser liegt bei 6 Prozent. Besonders groß sind die Gehaltsunterschiede bei den Professor*innen und in der Verwaltung.
Tim Sültenfuß, wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke, kommentiert: „Jetzt ist es bestätigt: Auch im Wissenschaftsbetrieb werden Frauen systematisch schlechter bezahlt als Männer. Diese Lohnlücke ist eine Gerechtigkeitslücke! Trotz gleichen Tarifvertrags fällt der Lohnunterschied noch größer aus als im Rest des öffentlichen Dienstes. Wenn Frauen weniger verdienen als Männer, sendet das ein fatales Signal, und zwar, das die Arbeit von Frauen weniger wert ist.
Deshalb erwarte ich vom Senat und den Hochschulen, dass sie jetzt gemeinsam wirksam gegen diese Lohndiskriminierung von Frauen vorgehen. Leistungszulagen von Professor*innen müssen nach verbindlichen und transparenten Kriterien vereinbart werden – denn hier scheint die Willkür bei der Bezahlung am größten zu sein. Hochschulen müssen außerdem endlich ein attraktives Arbeitsumfeld schaffen, das Frauen in der Wissenschaft hält. Denn besonders Frauen brechen die wissenschaftliche Karriere oft frühzeitig ab, weil sich Beruf und Familie unter unsicheren Arbeitsbedingungen nicht leicht vereinbaren lässt – am Ende bleiben hauptsächlich Männer in den gut bezahlten Positionen übrig. Deshalb brauchen wir unbedingt planbare Berufswege, echte Rücksicht auf Sorgearbeit und gezielte Frauenförderung in männlich dominierten Fächern.
Wir als Linke fordern eine Gehalts-Offensive für Frauen – auch im akademischen Bereich. Dass auch im 21. Jahrhundert traditionell weiblich konnotierte Arbeit wie beispielsweise in Sekretariaten besonders schlecht bezahlt wird, ist ein patriarchaler Anachronismus, der nicht mehr hinnehmbar ist.“

